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Erklärungen der Springprüfungen

in FAQ 13.05.2013 17:24
von Leecher • 884 Beiträge

Springprüfung nach Fehler und Zeit
Fehler-Zeit-Springprüfungen bestehen aus einem einmaligen Umlauf über einen festgelegten Turnierparcours. Die Teilnehmer werden nach der Anzahl der erzielten Strafpunkte platziert, bei Punktgleichheit nach der benötigten Zeit. Somit ist der Teilnehmer mit den wenigsten erreichten Strafpunkten und der geringsten Zeit Sieger der Prüfung

Springprüfung mit Stechen (Normalumlauf nach Fehlern und Zeit)
Springprüfungen mit Stechen bestehen aus einem Normalumlauf und einem Stechen. Beide werden (nach dieser Ausschreibung) im Stil einer Springprüfung nach Fehlern und Zeit ausgetragen. Alle Teilnehmer, die im Normalumlauf die gleiche, niedrigste Fehleranzahl (im Regelfall null Fehler) erreicht haben, treten nochmals im Stechen an. Dieses findet über einen festgelegten verkürzten Parcours statt. Sieger ist der Teilnehmer mit den wenigsten erreichten Strafpunkten und der geringsten benötigten Zeit im Stechen. Sollte im Normalumlauf nur ein Teilnehmer die niedrigste Fehleranzahl erreichen, entfällt das Stechen (dieser Teilnehmer ist dann der Sieger der Prüfung)

Springprüfung nach Fehlern, nicht gegen die Zeit
Diese Springprüfungen bestehen aus einem einmaligen Umlauf über einen festgelegten Turnierparcours aus Hindernissen. Die Teilnehmer werden nach der Anzahl der erzielten Strafpunkte platziert, unabhängig von der benötigten Zeit. Somit ist der Teilnehmer bzw. die Teilnehmer mit den wenigsten erreichten Strafpunkten Sieger der Prüfung

Springprüfung mit Stechen (Normalumlauf nicht gegen die Zeit)
Springprüfungen mit Stechen bestehen aus einem Normalumlauf und einem Stechen. Bei dieser Art der Ausschreibung wird der Normalumlauf im Stil einer Springprüfung nach Fehlern, nicht gegen die Zeit, ausgetragen. Alle Teilnehmer, die im Normalumlauf die gleiche, niedrigste Fehleranzahl (im Regelfall null Fehler) erreicht haben, treten nochmals im Stechen an. Dieses findet über einen festgelegten verkürzten Parcours statt. Sieger ist der Teilnehmer mit den wenigsten erreichten Strafpunkten und der geringsten benötigten Zeit im Stechen. Sollte im Normalumlauf nur ein Teilnehmer die niedrigste Fehleranzahl erreichen, entfällt das Stechen (dieser Teilnehmer ist dann der Sieger der Prüfung).

Springprüfung mit Siegerrunde
Springprüfungen mit Siegerrunde bestehen aus einem Normalumlauf und einem dem Stechen ähnlichen zweiten Umlauf (Siegerrunde). Beide werden im Stil einer Springprüfung nach Fehlern und Zeit ausgetragen. 25 Prozent der Teilnehmer, auf jeden Fall aber alle fehlerfreien Teilnehmer, treten nochmals in der Siegerrunde an. Diese findet über einen festgelegten verkürzten Parcours statt. Alle Teilnehmer an der Siegerrunde werden vor Beginn dieser wieder auf null Fehlerpunkte zurückgesetzt. Sieger ist der Teilnehmer mit den wenigsten erreichten Strafpunkten und der geringsten benötigten Zeit in der Siegerrunde.

Springprüfung mit zwei Umläufen
Springprüfungen mit zwei Umläufen bestehen aus einem ersten und einem zweiten Umlauf. Die einzelnen Umläufe werden im Stil einer Springprüfung nach Fehlern und Zeit oder im Stil einer Springprüfung nach Fehlern, nicht gegen die Zeit, ausgetragen. Je nach Ausschreibung erreichen entweder alle Teilnehmer oder eine festgelegte Anzahl von Teilnehmern den zweiten Umlauf. Dieser kann über denselben oder einen anderen Parcours als im ersten Umlauf ausgetragen werden. Alle Teilnehmer am zweiten Umlauf nehmen die im ersten Umlauf erreichten Strafpunkte in diesen mit. Sieger ist der Teilnehmer mit den wenigsten erreichten Strafpunkten und der geringsten benötigten Zeit in der Siegerrunde.

Springprüfung mit zwei Umläufen und Stechen
Eine Springprüfung mit zwei Umläufen und Stechen erfolgt im Ablauf genauso wie eine Springprüfung mit zwei Umläufen (ohne Stechen). Nach den zwei Umläufen findet jedoch noch ein Stechen nach Fehlern und Zeit statt. Dieses findet über einen festgelegten verkürzten Parcours statt. Sieger ist der Teilnehmer mit den wenigsten erreichten Strafpunkten und der geringsten benötigten Zeit im Stechen. Sollten nach den beiden ersten Umläufen nur ein Teilnehmer die niedrigste Fehleranzahl erreichen, entfällt das Stechen (dieser Teilnehmer ist dann der Sieger der Prüfung). Diese Ausschreibung findet bei Nationenpreisen Anwendung.

Zwei-Phasen-Springprüfung
Alle Teilnehmer an einer Zwei-Phasen-Springprüfung starten in einem Parcours, der genauso wie in einer Springprüfung nach Fehlern und Zeit ausgeschrieben ist. Sollte der Reiter während dieser ersten Phase Strafpunkte erhalten, ist die Prüfung somit für ihn zu Ende. Er wird gemäß seinen erreichten Strafpunkten und seiner benötigten Zeit platziert. Sollte ein Teilnehmer diese erste Phase ohne Strafpunkte überstehen, beginnt sofort die Zeit der zweiten Phase zu laufen. In dieser zweiten Phase hat der Teilnehmer nochmals einen (anderen) Parcours im Stil einer Springprüfung nach Fehlern und Zeit zu bewältigen. Sieger ist der Teilnehmer mit den wenigsten erreichten Strafpunkten und der geringsten benötigten Zeit in der zweiten Phase.

Springprüfung mit unmittelbarem Stechen
Diese Springprüfung ist mit der Zwei-Phasen-Springprüfung weitgehend identisch. Jedoch beginnt das Stechen (identisch mit der zweiten Phase) nicht sofort mit dem Überschreiten der Ziellinie des Normalumlaufs (identisch mit der ersten Phase), sondern erst, soweit die Richter diesen freigegeben haben. Sieger ist der Teilnehmer mit den wenigsten erreichten Strafpunkten und der geringsten benötigten Zeit im Stechen.

Knock-Out-Springprüfung
Knock-Out-Springprüfungen (kurz: K.-O.-Springen, siehe auch allgemein: K.-o.-System) sind besondere Springprüfungen nach Richtverfahren A. Hierbei treten jeweils zwei Teilnehmer in zwei identischen (meist spiegel verkehrten) Parcours zeitgleich an. Der Teilnehmer mit den wenigsten erreichten Strafpunkten und der geringsten Zeit ist Sieger in diesem Prüfungsteil und zieht damit in die nächste Runde ein. Dieses System wird so lange fortgeführt, bis in einer finalen Runde der Sieger der Prüfung nach diesem Reglement ermittelt wird.
Knock-Out-Springprüfungen können alternativ auch nach Richtverfahren C ausgetragen werden.

Zeitspringprüfung
Zeitspringprüfungen bestehen aus einem Umlauf über einen festgelegten Turnierparcours, der nach dem Reglement des Richtverfahrens C ausgetragen wird. Sieger ist der Teilnehmer, der nach Addition der Strafsekunden die geringste Zeit für den Umlauf benötigt hat.

Wahl-Springprüfung
Bei einer Wahl-Springprüfung handelt es sich um eine Zeitspringprüfung, bei der jedoch die Reihenfolge, in der die Sprünge überwunden werden müssen, nicht vorgegeben sind. Der Teilnehmer muss die Start- und die Ziellinie in die vorgegebene Richtung überqueren. Die Richtung, in der die Sprünge übersprungen werden, ist nicht vorgegeben. Teilnehmer, die einen Sprung nach überqueren der Ziellinie noch nicht überwunden haben, werden disqualifiziert. Sieger ist der Teilnehmer, der nach Addition der Strafsekunden die geringste Zeit für den Umlauf benötigt hat.

Mächtigkeitsspringen
Mächtigkeitsspringprüfungen finden anhand eines mit dem Richtverfahren A identischen Grundreglements statt. Es handelt sich hierbei um Springprüfungen mit einem Normalumlauf und drei oder vier Stechen. Mächtigkeitsspringen werden im deutschsprachigen Raum oftmals auch als SB-Springen bezeichnet.
Mächtigkeitsspringen beginnen mit einem Normalumlauf, der im Stil einer Springprüfung nach Fehlern, nicht gegen die Zeit (Richtverfahren A), ausgetragen wird. Am Ende des Parcours des Normalumlaufs steht eine Mauer aus einzelnen, leicht verschiebbaren Einzelteilen. In internationalen Wettbewerben ist diese im Normalumlauf meist etwa 1,70 Meter hoch.
Sollte mehr als ein Teilnehmer nach dem Normalumlauf strafpunktgleich auf dem ersten Platz stehen, findet anschließend ein Stechen statt. Vor Beginn des ersten Stechens wird der Parcours stark verkürzt, so dass dieser nur noch aus einem „normalen“ Hindernis (meist einer Triple barre) und der Mauer besteht. Diese wird von nun an von Runde zu Runde erhöht. Sollte nach dem ersten Stechen mehr als ein Teilnehmer strafpunktgleich auf dem ersten Platz stehen, findet anschließend ein zweites Stechen statt. Im selben Fall findet nach dem zweiten Stechen ein drittes Stechen statt. Im Fall, dass nach einem Stechen nur noch ein Teilnehmer in Führung liegt, ist dieser der Sieger der Prüfung.
Nach dem dritten Stechen kann sowohl das Richtergremium als auch die Teilnehmer bestimmen, dass die Prüfung beendet wird. In diesem Fall würde es mehrere Sieger geben. Sollte noch ein viertes Stechen durchgeführt werden (mehr als vier Stechen sind nicht zulässig), wird dieses im gleichen Verfahren wie die vorhergegangen Stechen durchgeführt. Nach diesem Stechen werden alle Teilnehmer, die strafpunktgleich in Führung liegen, zum Sieger erklärt. Alle Stechen finden, wie der Normalumlauf, im Stil einer Springprüfung nach Fehlern, nicht gegen die Zeit, statt.

Barrierenspringprüfung (Six Bar)
Das Reglement einer Barrierenspringprüfung ist mit dem einer Mächtigkeitsspringprüfung identisch. Hierbei wird jedoch statt einer Mauer eine Reihe von sechs Steilsprüngen überwunden, die Höhe ist hierbei gleich bleibend oder steigt von Sprung zu Sprung an (letzteres ist die häufigere Variante). Im Normalumlauf und im ersten Stechen werden alle sechs Sprünge überwunden, die ersten zwei Sprünge stehen hierbei vielfach separiert von den restlichen vier. Ab dem zweiten Stechen werden nur noch die letzten vier Sprünge des Parcours überwunden.

„Masters“-Springprüfungen
Die FEI räumt dem (internationalen) Turnierveranstalter die Möglichkeit ein, im Rahmen des FEI-Reglement eigene Prüfungen zu schaffen. So führen bzw. führten zum Beispiel die Weltcupturniere in Helsinki, London und Mechelen eine als Masters bezeichnete Springprüfungen durch. Hierbei geht es über einem normalen Parcours, das Reglement ist jedoch mit dem der Mächtigkeitsspringprüfung identisch.

Glücksspringen
Bei Glücksspringprüfungen wird eine Zeit vorgegeben (normal zwischen 60 und 90 Sekunden, bei Turnieren in der Halle 45 Sekunden). Ziel ist es, die Hindernisse in dieser Zeit möglichst oft zu überwinden. Für ein fehlerfrei überwundenes Hindernis erhält der Teilnehmer zwei Punkte, bei einem Fehler einen Punkt. Nach Ablauf der festgelegten Zeit muss der Teilnehmer noch ein weiteres Hindernis springen, für dieses werden jedoch keine Punkte berechnet. Die Zeit wird bis zum Aufhufen nach dem letzten Sprung gemessen. Sieger ist der Teilnehmer mit der höchsten erreichten Punktzahl, bei Punktzahlgleichheit entscheidet die schnellste Zeit.

Punktespringprüfung
Eine Punktespringprüfung besteht aus einem einmaligen Umlauf über einen festgelegten Turnierparcours über sechs, acht oder zehn Sprünge. Jeder Sprung in diesem Parcours hat einen bestimmten Wert (Sprung eins: ein Punkt), der Wert der Sprünge steigt mit jedem Sprung um einen Punkt an. Überwindet ein Reiter einen Sprung fehlerfrei, so wird für ihn die jeweilige Punkteanzahl des Sprungs gewertet. Kommt es zu einem Abwurf, erhält der Teilnehmer für diesen Sprung keine Punkte. Der erste Ungehorsam wird wie im Richtverfahren C nicht bestraft (nur über die Zeit). Im Übrigen (zum Beispiel bei der Zeit) wird das Reglement des Richtverfahrens A angewandt. Sieger ist der Teilnehmer mit den meisten erreichten Punkten und der geringsten benötigten Zeit.
Punktespringprüfungen können auch mit Joker ausgeschrieben werden. In diesem Fall kann an Stelle des letzten Sprungs des Parcours auch ein Joker-Sprung genommen werden. Dieser Sprung liegt in seiner Schwierigkeit über den anderen Sprüngen des Parcours, bringt jedoch auch die doppelte Punktanzahl des letzten Sprungs. Sollte am Joker ein Abwurf erfolgen, wird diese doppelte Punktanzahl von den bisher erreichten Punkten abgezogen.

Jagd um Punkte
Die einzelnen Hindernisse bei der „Jagd um Punkte“ werden (je nach Schwierigkeit) mit Punkten zwischen 10 und 100 bewertet und gekennzeichnet. Es wird eine Zeit (zwischen 45 und 90 Sekunden) festgesetzt, innerhalb dieser können alle Hindernisse in beliebiger Reihenfolge und Richtung beliebig oft gesprungen werden. Jedes Hindernis wird maximal zwei mal gewertet. Soweit an einem Sprung ein Abwurf erfolgt, darf dieses Hindernis nicht mehr gesprungen werden. Überwindet ein Reiter einen Sprung fehlerfrei, so wird für ihn die jeweilige Punkteanzahl des Sprungs gewertet. Kommt es zu einem Abwurf, erhält der Teilnehmer für diesen Sprung keine Punkte. Außerdem gibt es bei der „Jagd um Punkte“ auch einem Joker-Sprung. Dieser bringt bei fehlerfreien Überwinden 200 Punkte, bei einem Abwurf jedoch auch einen Abzug von 200 Punkten. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit muss der Teilnehmer die Ziellinie durchreiten, erst dann wird die Zeit gestoppt. Sieger ist der Teilnehmer mit höchster Punktzahl und der geringsten benötigten Zeit nach dem Durchreiten der Ziellinie.

Zwei-Pferde-Springprüfung:
Die Zwei-Pferde-Springprüfung kann als Fehler/Zeit und als Zeitspringprüfung ausgetragen werden. Ein Teilnehmer muss unmittelbar nacheinander mit zwei verschiedenen Pferden zweimal den selben Parcours oder zwei verschiedene Parcours der selben Klasse überwinden. Beim Umsitzen, welches im Parcours passieren muss, darf nur mit Hife eines Helfers passieren. Die Zeit wird vom Durchreiten des Starts mit dem ersten Pferd bis zum Durchreiten des Ziels mit dem zweiten Pferd gemessen.

Quelle Wikipedia


zuletzt bearbeitet 20.05.2017 23:25 | nach oben springen
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